
Spielerprofil · Deutschland · 2001–2018
Florian Mayer: die Tennis-Karriere des ATP-Profis, Titel und Bilanz
Wer Florian Mayer Tennis spielen sah, vergisst es nicht: zwei ATP-Titel, zwei Wimbledon-Viertelfinals, ein Sieg gegen Rafael Nadal – und ein Spielstil, den zwischen 2001 und 2018 kein Trainer der Welt so unterrichtet hätte. Diese Seite sammelt die Laufbahn des Bayreuthers: Zahlen, Titel, Wendepunkte und die Turniere, an denen sie sich entschieden hat.
Eckdaten: Florian Mayer im Steckbrief
Geboren am 5. Oktober 1983 in Bayreuth, Sohn von Sabine und Bernd Mayer, ein Bruder namens Michael. Als Kind schwärmte er für Boris Becker und Pete Sampras, neben dem Tennis blieb der FC Bayern München seine zweite sportliche Liebe. Mit 17 beendete er die Schule und ging direkt in den Profibetrieb – das war 2001.
| Voller Name | Florian Mayer („Flo“) |
| Geboren | 5. Oktober 1983 in Bayreuth |
| Größe / Gewicht | 1,91 m / 82 kg |
| Spielweise | Rechtshänder, beidhändige Rückhand |
| Profi / Rücktritt | 2001 / 2018 (nach den US Open) |
| Karrierehoch Einzel | Platz 18 (6. Juni 2011) |
| Karrierehoch Doppel | Platz 47 (18. Juni 2012) |
| Trainer | zuletzt Tobias Summerer; zuvor u. a. Ulf Fischer, Stefan Eriksson, Markus Wislsperger |
| Trainingsbasis | Tennisbase Oberhaching (Bayerischer Tennisverband) |
Den ersten Aufschlag in der öffentlichen Wahrnehmung setzte er bei den Australian Open 2003: Dort zeigte er ein Tennis, das ihn als einzigen Deutschen die Auftaktrunde überstehen ließ. Gegen David Nalbandian war in Runde zwei Schluss, doch der Name stand notiert – ein Jahr später folgte in Wimbledon der eigentliche Durchbruch.
Die ATP-Karriere im Überblick
Die Laufbahn verlief alles andere als geradlinig. 2004 stürmte der 20-Jährige als Newcomer des Jahres ins Wimbledon-Viertelfinale, 2008 warf ihn eine Operation am linken Zeigefinger für sieben Monate zurück – bis auf Weltranglistenplatz 409. Das Comeback gelang über die Challenger-Tour, Mühsal inklusive. Allein der Weg zurück in die Top 100 kostete ihn danach zwei Jahre.
Danach kam die beste Saison seiner Karriere: 2011 der erste Titel in Bukarest, dazu das Karrierehoch. Es folgten eine zähe Verletzungspause 2014/15 und der späte Coup – der Titel beim Rasenturnier in Halle 2016, als Nummer 192 der Welt, gegen den 13 Jahre jüngeren Alexander Zverev, zwischen beiden Titelgewinnen lagen genau fünf Jahre.
Die komplette Laufbahn mit allen Stationen, dem Weltranglisten-Verlauf von Platz 873 bis Platz 18 und beiden Titeln steht im ausführlichen Rückblick: die Karriere von Florian Mayer. Dort finden sich auch die Endspiele auf der ATP-Tour, seine Grand-Slam-Bestleistungen und die Jahre beim TK Kurhaus Aachen, wo auch seine Jahre in den Team-Wettbewerben verzeichnet sind.
Was Florian Mayers Tennis besonders machte
Was Florian Mayer Tennis-technisch auszeichnete, war seine Unorthodoxie. Die beidhändige Rückhand konnte er mitten im Ballwechsel einhändig zu Ende führen, den Aufschlag variierte er mit einem angedeuteten Stotterschritt. Seinen gehackten Vorhand-Slice aus dem Halbfeld nannten Kommentatoren ehrfurchtsvoll wie ratlos den „Zauberschlag“. Gegner beschrieben es als Spiel ohne erkennbares Muster. Trainierbar war dieser Stil nach Ansicht vieler Fachleute ohnehin nicht.
Die Sportschau verabschiedete ihn 2018 mit der Zeile „Spektakuläres Tennis, leise Art“ – treffender lässt sich diese Karriere kaum zusammenfassen. Genau diese Mischung aus technischer Eigenwilligkeit und zurückhaltendem Auftreten machte ihn zu einem Publikumsliebling, auch ohne die ganz großen Titel. Sein Abschied fiel entsprechend leise aus, ohne große Abschiedstournee, ein letztes großes Abschiedsspiel gab es bewusst nicht.
Sehenswert war das vor allem auf Rasen. Beide Wimbledon-Viertelfinals (2004 und 2012) und der Halle-Titel 2016 fielen auf den schnellen Belag, auf dem sein Slice am meisten Schaden anrichtete. Der niedrige Absprung nahm den Gegnern die Höhe aus dem Schlag – genau die Bedingung, unter der sein Spiel funktionierte, während ihm dieser Vorteil auf Sand fehlte.
Die Gegnerliste seiner besten Abende liest sich wie ein Jahrzehnt Tennisgeschichte: Guillermo Coria in Wimbledon 2004, Robin Söderling auf dem Weg ins Stockholm-Finale 2010, Rafael Nadal in Shanghai 2011, Andy Murray in Doha 2014 und Dominic Thiem im Halbfinale von Halle 2016, vier dieser fünf Partien entschied er in nur zwei Sätzen.
Auffällig oft standen dabei Spieler aus den Top Ten auf der anderen Seite – und auffällig oft folgte auf den Coup schon in der nächsten Runde die Ernüchterung. Konstanz war nie das Fach dieses Spielers. Einzelne große Abende waren es umso mehr, und genau diese Mischung machte ihn für Gegner schwer einzuschätzen.
Drei Namen, ein Missverständnis
Der Name sorgt bis heute für Verwechslungen. Neben dem Tennisspieler gibt es den früheren FIFA-Schiedsrichter Florian Meyer (mit e) und einen jüngeren Fußballspieler gleichen Namens. Die Suchanfrage Florian Meyer Tennis führt deshalb regelmäßig auf diese Seite – gemeint ist dann fast immer der Bayreuther mit dem a im Namen, eine Verwechslung ist also schnell passiert.
Häufige Fragen zu Florian Mayer
Wer ist Florian Mayer?
Florian Mayer ist ein ehemaliger deutscher Tennisprofi aus Bayreuth, geboren am 5. Oktober 1983. Zwischen 2001 und 2018 gewann er zwei ATP-Titel in Bukarest und Halle, stand zweimal im Wimbledon-Viertelfinale und erreichte im Juni 2011 mit Platz 18 sein Karrierehoch. Bekannt war er vor allem für seinen unorthodoxen Spielstil auf Rasen.
Florian Mayer oder Florian Meyer – wie schreibt sich der Tennisspieler?
Der Tennisspieler schreibt sich Mayer mit a. Wer Florian Meyer Tennis zuordnet, verwechselt ihn meist mit dem langjährigen Fußball-Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf. Die beiden haben außer dem Namen nichts gemeinsam. Zusätzlich gibt es einen jüngeren Fußballspieler gleichen Namens, was die Suche weiter erschwert. Auf dieser Seite geht es ausschließlich um den Tennisprofi aus Bayreuth.
Was macht Florian Mayer heute?
Seine Profikarriere beendete er im Sommer 2018 nach der Erstrundenniederlage bei den US Open gegen Borna Ćorić. Zuvor trainierte er viele Jahre in der Tennisbase des Bayerischen Tennisverbands in Oberhaching bei München, zuletzt unter Trainer Tobias Summerer. Angekündigt hatte er den Rücktritt bereits im April jenes Jahres. Aus dem Profibetrieb zog er sich danach vollständig zurück.
Wie viele ATP-Titel hat Florian Mayer gewonnen?
Zwei Einzeltitel: 2011 in Bukarest gegen Pablo Andújar und 2016 beim Rasenturnier in Halle gegen Alexander Zverev. Dazu kommen fünf verlorene ATP-Endspiele in Sopot 2005 und 2006, Stockholm 2010, München 2011 sowie Hamburg 2017. Der Titel in Halle war der höchstdotierte Erfolg seiner Laufbahn. Im Doppel blieb er auf der ATP-Tour ohne Titelgewinn.
Wo hat Florian Mayer Tennis gelernt?
In Bayreuth: Seine Eltern Sabine und Bernd Mayer nahmen ihn Ende der 1980er Jahre mit in den Tennisclub, wo der Fünfjährige zunächst nur gegen die Ballwand spielte. Es folgten regionale und nationale Titel im Jugendbereich, ehe er mit 17 direkt nach der Schule ins Profilager wechselte. Sein großes Vorbild war damals Boris Becker.
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Die Karriere

Grand-Slam-Rekorde

Australian Open
Und wer wissen will, wofür der Name Mayer im Vereinstennis steht: Fünf Meisterschaften in der 1. Tennis-Bundesliga hat er mit dem TK Kurhaus Aachen geholt, die letzte davon 2013. Dem Klub blieb er über ein Jahrzehnt treu – länger als jedem Trainer und jedem Turnierplan seiner Laufbahn, womit Aachen die konstanteste Adresse seiner gesamten Laufbahn war.